Fadenprobleme | einfach nähen lernen mit einfach nähen

Bestimmt hast du auch schon mehr als einmal geflucht, weil dir mitten in der Naht plötzlich der Faden reißt, sich Knoten bilden oder deine Nähmaschine komische Geräusche von sich gibt!

Bevor du all dein Garn wegschmeißt, schaue dir vorher mein Video auf youtube an. Ich verrate dir 8 Tipps bei Fadenproblemen, mit denen du bestimmt schon tolle Resultate erzielst. Du wirst sehen, meist ist nämlich nicht der Faden an sich Schuld daran, sondern die Einstellungen in und an der Nähmaschine.

Tipp 1: Oberfaden prüfen bei Fadenproblemen

 

Die Oberfadenspannung kann individuell eingestellt werden, doch nützt das nichts, wenn der Oberfaden nicht korrekt eingefädelt wurde.

Schau bei Bedarf in die Bedienungsanleitung deiner Nähmaschine, wie genau der Verlauf des Fadens sein sollte. Grundsätzlich gilt: Der Faden muss zwischen der Spannungsscheibe (links im Bild) liegen und vernünftig vom Greifer erfasst sein (rechts im Bild).


Um zu prüfen, ob die Fadenspannung auch wirklich greift, kannst du einen ganz simplen Test machen: Ziehe mit gehobenem Nähfüßchen an dem Oberfaden (muss in Nadel eingefädelt sein) und dann nochmal mit gesenktem Nähfüßchen. Ist der Widerstand des Fadens genau gleich und lässt sich leicht ziehen, dann stimmt die Fadenspannung nicht! Du musst dann unbedingt neu einfädeln und besonders auf Spannungsscheibe und Greifer achten.

 

Tipp 2: Unterfadenspule richtig einlegen

 

Je nach Hersteller der Nähmaschine kann die Laufrichtung der Unterfadenspule variieren: Entweder mit oder gegen den Unterzeigersinn. Auch hier solltest du einen Blick in die Bedienungsanleitung werfen, da hier oftmals wichtige Hinweise zur Spule geschrieben stehen und schon leichte Abweichungen zu Fadenproblemen führen können.

Tipp 3: Handrad nach vorn drehen

 

Hast du schon einmal die Klappe an deiner Nähmaschine geöffnet und beobachtet, wie sich Ober- und Unterfaden verschlingen bei jedem Stich? Dasselbe kannst du beobachten, wenn du das Handrad bewegst.

VORSICHT: Bitte das Handrad immer nur nach vorn drehen – NIEMALS zurück! Denn sonst kann sich der Faden im Spulenkasten verhaken und reißt.

 

Tipp 4: Nähfuß senken

 

Vielleicht denkst du jetzt „Anna, also das ist doch wohl selbstverständlich!“. Ja, dieser Tipp scheint tatsächlich überflüssig zu sein und vielleicht auch mit einem kleinen Augenzwinkern… ABER: Wenn du auch schon einmal mehrere Lagen dicken Stoff vernäht hast, dann wirst du mir zustimmen, dass es gar nicht mehr so leicht ist mit bloßem Auge zu entscheiden, ob der Nähfuß wirklich abgesenkt ist. Daher mein Tipp: Kontrolle ist besser!

 

Tipp 5: Faden länger abschneiden

 

Schneide den Faden am Ende der Naht nicht zu kurz ab! Meine Faustregel lautet, den Faden mindestens so lang herauszuziehen, dass er über die Nähmaschine herausragt.

Das ist wichtig, falls der nächste Stich so beginnt, dass der Greifer des Oberfadens sich nach oben bewegt und somit genug Spielraum braucht, damit der Oberfaden nicht aus der Nadel gezogen wird. Schneidest du den Faden kürzer ab, kommt es sehr wahrscheinlich auch zu Fadenproblemen und du musst neu einfädeln.

 

Tipp 6: Stoff weiter nach hinten

 

Grundsätzlich kann es bei dehnbaren und rutschigen Stoffen passieren, dass der Stoff am Naht-Anfang nicht richtig transportiert wird und somit ein Faden-Knubbel entsteht. Im schlimmsten Fall wird der Stoff sogar in die Stichplatte gezogen, verhakt sich und wird verletzt. Damit das nicht passiert, schiebst du den Stoff einfach weit genug über die Stichplatte und beginnst etwa 1 cm vor der Stoffkante mit der Naht.

Das Stück, welches noch nicht direkt zusammengenäht wurde, kannst du einfach beim rückwärts Nähen schließen und anschließend ganz leicht – ohne Fadensalat und Stofffressen – die Naht weiterführen.

Zum Thema Stofffressen habe ich ja auch schon ein separates Videos gedreht und dir Tipps vorgestellt, damit dies nicht mehr passiert. Das Ganze kannst du auch noch mal in folgendem Blogbeitrag nachlesen:

 

HILFE BEIM STOFFFRESSEN

 

Tipp 7: Öfter die Nadel wechseln

 

Eine Nähmaschinen-Nadel ist leider nicht unendlich haltbar und muss öfters gewechselt, damit das Stichbild sauber wird. Eine alte, verbrauchte Nadel wirst du mit bloßen Auge nicht erkennen können (es sei denn, sie ist verbogen). Deshalb wechsle die Nadel regelmäßig und nicht erst, wenn das Stichbild schlecht wird.

 

Tipp 8: Maschine reinigen

 

Beim Nähen sammeln sich Fadenreste und Fussel in der Nähmaschine. Im schlimmensten Falle kann es dadurch zu Fehlstichen kommen oder der Stoff wird nicht mehr ordentlich transportiert.

Nähmaschine reinigen | einfach nähen

Wie man eine Nähmaschine reinigen kann, zeige ich dir in diesem Video:

NÄHMASCHINE REINIGEN

 

Und jetzt wird es spannend! Hast du mit einem oder sogar allen Tipps Erfolg gehabt?

Falls nein, darfst du jetzt natürlich gern ein anderes Garn ausprobieren. Tatsächlich kommen nicht alle Nähmaschinen mit jedem Garn gleich gut zurecht, deshalb musst du vielleicht etwas rumprobieren.

Hast du noch andere Geheimtipps parat bei Fadenproblemen? Schreibe mir gerne eine Nachricht, ich bin gespannt auf deine Idee.

Viel Spaß beim Ausprobieren!

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