Kräuseln an der Nähmaschine mit nur 2 Fäden – so geht’s!

Kräuselung | einfach nähen lernen

Kräuselungen können wunderschöne Effekte erzeugen und deinem Teil das Gewisse Etwas geben. Jedoch kann das Kräuseln mit Hand ziemlich viel Zeit und Nerven in Anspruch nehmen. Deshalb verrate ich dir hier die Methode mit der Nähmaschine, die um einiges schneller geht.

Das Ganze werde ich dir am Beispiel eines Baby Bäuchleins zeigen. Passend dazu hat meine Freundin Nastja von dem YouTube Kanal DIY-Eule auch ein Buch herausgebracht, aus dem ich mir das Schnittmuster vom #BettyBäuchlein geholt habe. Das ist eine Bauchbinde für Schwangere, für den Moment, wenn die T-Shirts vorne immer kürzer werden. Das Bäuchlein kann man dann wunderbar über Shirt und Hose ziehen und man ist so, besonders für die kälteren Tage, warm angezogen. Allerdings habe ich das Ganze etwas anders genäht, als Nastja es in ihrem Buch beschreibt, denn ich hatte kein Gummiband oder ähnliches mehr da. Deshalb zeige ich dir, wie die Kräuselung auch ohne Gummiband, nämlich mit der Maschine funktioniert.

#bettybäuchlein besteht aus zwei Teilen. Einmal aus dem Rückenteil, welches unten etwas breiter ist als oben und das Vorderteil, was deutlich länger ist und es deshalb auf die Länge des Rückenteils zusammengekräuselt wird. So kann der Bauch immer mitwachsen und der Bauch hat immer genügend Platz.

Kräuselung  | einfach nähen lernen
Kräuselung  | einfach nähen lernen

Da die beiden Teile im Bruch vor mir gelangen haben, klappe ich das Ganze auf. Nun werden die beiden langen Seiten mit der Nähmaschine zusammengekräuselt. Für das Kräuseln stelle ich jetzt die Stichlänge auf das Maximum und stelle die Nadel ganz nach rechts.

Kräuseln mit 2 Fäden an der Nähmaschine

Nun nähe ich nähfüßchenbreit an den Kanten entlang. Daher, dass die Nadel weiter rechts steht, sticht sie nur in der Nahtzugabe ein. Wie man hier schon sehr gut sehen kann, kräuselt sich der Stoff hinter der Nähmaschine bereits. Am Ende der Naht das Ganze nicht verriegeln und die Fäden großzügig abschneiden.

Kräuselung  | einfach nähen lernen
Kräuselung  | einfach nähen lernen

Direkt im Anschluss wird die zweite Naht gesetzt, indem ich den Nähfuß an der vorherigen Naht entlanglaufen lasse. Die Einstellungen bleiben wie vorher. Durch die zweite Naht hat sich das Ganze noch mehr zusammengekräuselt, sodass ich hier gar nicht mehr viel selbst tun muss.

Kräuselung  | einfach nähen lernen
Kräuselung  | einfach nähen lernen

Länge der Kräuselung 

Damit ich mir beim Kräuseln jetzt nicht die Fäden aus der Naht herausziehe, verknote ich die beiden Oberfäden mit den beiden Unterfäden.  

Jetzt suche ich mir das Rückenteil und schau, wie weit ich mein Vorderteil noch zusammenkräuseln muss, damit es die gleiche Breite ergibt. Auf dem Bild sieht man, dass ich sogar schon zu viel eingekräuselt habe. Deshalb kann ich den Stoff jetzt hier etwas auseinanderziehen, also das Ganze etwas wieder „entkräuseln“, in dem ich die Falten in Richtung offenes Ende schiebe.

Kräuselung  | einfach nähen lernen

Wenn du das Ganze noch mehr kräuseln möchtest, hältst du zwei Fäden einer Seite fest und schiebst den Stoff in Richtung geschlossenes Ende. Dadurch entstehen noch mehr Falten und die verteilst du dann möglichst gleichmäßig mit den Fingern, bist du die passende Breite gefunden hast. Zum Schluss verknotest du noch alles miteinander, damit nichts mehr aufgehen kann.

Kräuselung  | einfach nähen lernen

Gekräuselte Stoffteile zusammennähen

Jetzt stecke ich Vorderteil auf Rückenteil des Bäuchleins und nähe das dann im Anschluss mit der Nähmaschine fest. Dabei unbedingt darauf achten, dass die Stichlänge wieder auf Normalmaß zurückgestellt wird. Das Ganze nähe ich mit einem Geradstich fest. Die Nadel stelle ich ganz nach links und kann so wieder an der Stoffkante entlang nähen. Wichtig ist nämlich jetzt, dass die beiden rosanen Kräuselungsfäden nicht mit festgenäht werden.

Den Stoff habe ich so unter die Maschine gelegt, dass ich auf den Falten nähe und so habe ich sie immer im Blick und kann sie zur Not auch noch in die richtige Richtung schieben. In dem Bild unten siehst du wunderbar die beiden Kräuselungsfäden, sowie den gerade genähten Geradstich, um alles zusammenzunähen.

Kräuselung  | einfach nähen lernen
Kräuselung  | einfach nähen lernen

Kräuselfäden entfernen

Nun müssen nur noch die Kräuselungsfäden entfernt werden. Dafür habe ich auf der einen Seite den Knoten abgeschnitten und kann jetzt auf der gegenüberliegenden Seite an den beiden Fäden ziehen und sie so aus dem Stoff entfernen. Wenn die Fäden auf der einen Seite herausgezogen sind, dann lösen sich die beiden Fäden auf der anderen Seite automatisch. Im Anschluss bin ich mit der Overlock noch einmal über die Naht drüber gegangen und habe oben und unten den Saum eingeschlagen und mit der Coverlock gesäumt.

Kräuselung  | einfach nähen lernen
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Wie du siehst, kannst du mit der Nähmaschine ziemlich einfach so eine Kräuselung hervorrufen.

Jetzt wünsche ich dir viel Spaß beim Nachmachen!

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In nur 2 Schritten einen Strickstoff mit Blindstich säumen

Blindstich | einfach nähen lernen

Der Blindstich und ich sind lange keine Freunde gewesen, bis ich ihn für das Säumen eines dicken Strickstoffes noch einmal ausprobiert habe.

Vor etwas längerer Zeit habe ich auch schon mal ein Video zum Thema „Blindstich nähen“ gemacht, mit dem Ergebnis, dass das Nähen mit der Maschine bei mir nicht so gut funktioniert hat. Das Ganze kannst du die hier noch einmal ansehen.

Ich finde es einfach nicht schön, wenn sich regelmäßig ein Stich nach außen durchdrückt und man dann sieht, dass dort etwas geheftet wurden ist. Deswegen habe ich in der Vergangenheit, wenn überhaupt, das Ganze mit der Hand genäht und dann ganz vorsichtig versucht durch die Faser durchzustechen, damit man auch ja nichts von außen sieht. Manchmal habe ich es auch einfach festgeklebt.

Nie wieder | einfach nähen lernen
Nie wieder | einfach nähen lernen

Ich klebe sehr gerne mal, allerdings ist das bei dem aktuellen Projekt, dem Cardigan „Shelly“, etwas schwieriger, da ich mir hierfür einen sehr dicken Seemannstrick ausgesucht habe.

Das Schnittmuster gibt es diesen Monat kostenlos für alle Premium-Mitglieder zum Download auf meiner Website. Wenn du noch kein Premium-Mitglied bist, dann melde dich hier einfach schnell an.

Blindstich | einfach nähen lernen

Mit der Hand den Saum zu nähen war für mich auch keine Option und deshalb dachte ich, hole ich den Blindstichfuß nochmal hervor und gebe ihm eine zweite Chance. Bei dem Weg des zweiten Versuches kannst du mich jetzt begleiten. Das Ergebnis nehme ich schon einmal vorweg, es gefällt mir sehr gut! Vielleicht werden der Blindstich und ich dann doch Freunde.

Los geht’s!

Für den Blindstich muss der Saum jetzt ganz speziell gefaltet werden. Ich schaue nun zuerst auf die linke Stoffseite und klappe den Saum 3cm links auf links nach innen um und klappe das Ganze dann zurück auf die Außenseite, soweit, dass die Nahtzugabe ein kleines bisschen herausschaut.

Blindstich | einfach nähen lernen
Blindstich | einfach nähen lernen

So sieht der Blindstichfuß für meine Maschine aus. Von Modell zu Modell kann das ein wenig abweichen. Wichtig ist, dass man in der Mitte so eine Lasche hat bzw. unten diesen Steg, der dann entsprechend direkt an der Saumkante entlanggeführt werden kann.

Wie man sieht habe ich vorher alles mit der Overlock versäubert und das Geklappte fixiere ich nun mit einer Klammer. Das Ganze mache ich den kompletten Saum entlang.

Blindstich | einfach nähen lernen
Blindstich | einfach nähen lernen

Je nach Maschine, besonders bei den neueren, lässt sich der Fuß ganz schnell wechseln. Bei älteren Maschinen kann es sein, dass man hier für noch ein separates Werkzeug braucht. Der Stoff wird jetzt so unter die Maschine geführt, dass die rechte Seite des Cardigans unten liegt und ich jetzt mit diesem Steg an der Kante, wo die drei Schichten aufeinandertreffen, den Stoff entlangführe.

Wichtig ist jetzt, dass wenn die Nadel nach links einsticht, sie ein kleines Stück des Dreifachstrickes mit fasst. Tut sie das nämlich nicht, dann hängt der Saum im schlimmsten Falle komplett runter, weil eben an der Stelle nichts gefasst wurde.

Blindstich | einfach nähen lernen
Blindstich | einfach nähen lernen

Das ist etwas leichter gesagt, als getan, deshalb versuche ich hier mit der linken Hand den Stoff immer wieder etwas mehr unter dem Nähfuß zu schieben, damit die Nadel die Lagen auch tatsächlich mit fasst.

Wenn der Saum jetzt rundherum festgenäht ist, kann man ihn nach unten wegklappen und dann sieht man von der Innenseite, dass die Stoffkante hier wirklich ganz knapp gefasst ist und von außen sieht man dieser Naht rein gar nichts.

Blindstich | einfach nähen lernen
Blindstich | einfach nähen lernen

Mein Fazit: Strickstoff und Blindstich sind eine wirklich großartige Kombination, womit sich unsichtbar der Saum fixieren lässt, sodass man nicht gerade bei so dicken Strickstoffen von außen eine dicke Naht sieht und man sich das Säumen per Hand spart. Ich wünsche dir jetzt ganz viel Spaß beim Nachmachen!

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Nie wieder! 5 Dinge, die ich heute anders mache als noch als Nähanfängerin

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Mit der Zeit lernt man doch einige Dinge dazu. Auch wenn damals die Nähprojekte fertig wurden, heißt das noch lange nicht, dass die Art und Weise die Klügste war. Deshalb stelle ich dir heute 5 Dinge vor, die ich jetzt nicht mehr mache im Vergleich zum Anfang meiner Nähkarriere.

Jeder der näht weiß, dass bevor die Nadel das erste Mal in den Stoff sticht, man sehr viel Zeit in die Vorbereitung investiert. Wenn ich da zurück an meine Anfangstage denke, dann wollte ich gerade diese Phase des Nähens so schnell wie möglich hinter mich bringen, damit der Stoff endlich unter der Nähmaschine liegt. Denn das Zusammennähen macht mir nach wie vor immer noch am meisten Spaß. Jetzt rückblickend mache ich aber viele Dinge nicht mehr wie am Anfang und ich glaube, dass ich trotzdem schneller fertig bin mit dem Nähen als ich es früher gewesen bin. Und welche Sachen ich da jetzt anders mache als vorher verrate ich dir jetzt:

Stoffauswahl

Ich nehme mir deutlich mehr Zeit für die Stoffauswahl. Denn gerade am Anfang habe ich einfach die Stoffe genommen, die mir am allerbesten gefallen haben. Leider habe ich demnach sehr viele Sachen verschnitten und einfach für die Tonne produziert oder es sind später andere Sachen daraus geworden. Einfach auf Grund der Tatsache, dass ich mich nicht an die Stoffempfehlung im Schnittmuster gehalten habe.

Wenn dort steht, dass man einen dehnbaren Stoff verwenden soll, dann sollte man nicht einen Stoff aus Webware nutzen.

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Das funktioniert nämlich nicht. Schlussendlich kann es natürlich funktionieren, man sollte allerdings schon ein wenig Nähkenntnisse haben und gerade am Anfang sollte man mehr auf die Angaben im Schnittmuster vertrauen. Wenn du da gerade einen Stoff hast, der nicht dafür geeignet ist, dann nutze ihn wirklich nicht. Es ist schade um den Stoff und um die Zeit, die du investierst. Du lernst zwar, dass es nicht funktioniert, aber glaub mir, diese Erfahrung habe ich schon für dich gemacht und dann musst du sie nicht auch noch machen. Dann schau dich wirklich um, ob du einen anderen Stoff findest oder wenn du einen Stoff verwenden willst, dann such dir ein Schnittmuster was zu diesem passt.

Fazit:  Es sollte immer der Stoff passend zum Projekt gewählt werden.

Schnittmuster

Schnittmuster gibt es mit oder ohne Nahtzugabe und am Anfang habe ich mich immer geärgert, wenn das Schnittmuster keine Nahtzugabe hatte und habe dann einfach eine Nummer größer ausgeschnitten. Da bin ich aber ganz schnell von weg!

Denn das funktioniert vorne und hinten nicht. Zugeben fällt es bei Kindersachen nicht großartig auf, aber wenn man etwas aus Webware für sich selbst näht, dann wird es schlussendlich nicht passen. Wenn man sich ein Schnittmuster mal genauer anschaut, dann sieht man, dass die Größen nicht rundherum einfach 1 cm größer werden, sondern der Saum wird länger und unter der Achsel wird weniger hinzugegeben etc.

Eine Nummer größer heißt nicht gleich, dass einfach 1 cm hinzugegeben wird.

 | einfach nähen lernen
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Ich habe allerdings jetzt auch keine Angst mehr vor einem Schnittmuster ohne Nahtzugabe. Denn dafür gibt es einen ganz einfachen Trick.

Der ultimative Trick: Klebe zwei Stifte aneinander.

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Und zwar klebe ich einfach zwei Stifte zusammen und gehe dann mit dem einen an meiner Linie entlang und der zweite Stift zeichnet mir meine Nahtzugabe von 1 cm ein. Durch diese Arbeitsweise spare ich mir das Aufzeichnen von Nahtzugaben mit Schneiderkreide und Handmaß auf dem Stoff. Denn je nach Stoff kann das schon ganz schön eine Qual werden.

Stoffzuschnitt

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Ehrlicherweise bereite ich Schnittmuster ohne Nahtzugabe gar nicht immer so vor, wie ich es eben noch erzählt habe. Denn gerade bei dehnbaren Stoffen lege ich das Schnittmuster einfach auf den Stoff und schneide mit dem entsprechenden Abstand und dem Rollmesser einmal drumherum. Da habe ich auch mittlerweile ein gutes Augenmaß und weiß grob was 1 und was 3 cm sind. In den meisten Fällen passt das auch so.

Bei Schnittmustern, die für Webware ausgelegt sind, mache ich das allerdings anders. Denn da kann man durch das Material nicht so einfach schummeln. Sondern da kommt es fast auf jeden einzelnen Millimeter an, um eine gute und entsprechende Passform zu bekommen. Früher habe ich das allerdings bei Schnittmustern so gemacht, dass ich einfach drumherum gegangen bin. Dadurch habe ich mir überall Ecken und Kanten reingeschnitten oder war zu tief etc.

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Schlussendlich hat es nicht ordentlich gepasst und habe viel zusammengenäht und wieder aufgetrennt und demnach viel geflucht. Dadurch habe ich auch extrem viel Zeit verloren. Diese Zeit hätte ich mir gut beim Zuschnitt nehmen können. Denn es ist so, wenn du dir ordentlich Zeit nimmst für den Zuschnitt und alles ordentlich überträgst, dann erkennst du z.B. beim Stecken, ob du möglicherweise Sachen schon falsch zusammensteckst. Du kannst also schnell erkennen, wenn etwas nicht stimmt und dadurch kannst du ganz viel Zeit sparen.

Wie lange ich tatsächlich für ein Shirt brauche, dass kannst du dir hier noch einmal ansehen. Viel Spaß!

Fazit: Nimm dir Zeit für Sorgfalt beim Zuschnitt.

Versäubern

Am Anfang habe ich mir darüber keine Gedanken gemacht. Das war auch so nie wirklich ein Thema, was jetzt versäubert werden muss oder nicht. Wohl gemerkt, ich habe anfangen bevor es YouTube oder das Internet gab. Ich habe die Sachen einfach so zusammengenäht. Bei Jersey und anderen dehnbaren Stoffen ist das kein Problem, da passiert nicht viel. Bei Webware habe ich dann aber gemerkt, dass es nach dem Waschen etwas anders aus der Waschmaschine kam als vorher. Das lag auch daran, dass ich nicht wusste, wie man eine Kante mit einem Zickzackstich ordentlich versäubert. Da habe ich mir dann gedacht, dass ich mir die Zeit dann doch sparen kann und schlussendlich war es ja für mich und interessiert ja keinen, wie es innen aussieht. Zugegebener Weise habe ich mich dann etwas geärgert, wenn die Fädchen dann unten etwas heraushingen. Die habe ich dann abgeschnitten und gut war.

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Danach habe ich dann die Overlock Maschine bekommen. Dann habe ich angefangen die Teile direkt mit der Overlock zusammenzunähen. Das funktioniert bei dehnbaren Stoffen auch gut, bei Webware funktioniert das zwar auch ganz gut, aber ich habe angefangen dann mit der Nähmaschine im Nachgang noch eine Sicherheitsnaht zu setzen. Außerdem ist es in dem Fall einfach schöner, wenn man die Nähte auseinanderbügeln kann und das geht nicht, wenn man vorher alles mit der Overlock zusammengenäht hat. Jetzt mache ich es bei Schnitteilen die ausfransen so, dass ich diese vorher mit der Overlock einmal versäubere und dann mit der Nähmaschine zusammennähe.

Im ersten Moment denkt man, dass das viel zu lange dauert. Unter dem Strich ist es aber so, dass das Endergebnis deutlich sauberer ist, insbesondere, wenn man die Nahtzugaben auseinanderfalten kann. Dann hat man nämlich wie bei diesem dicken Strickstoff keine dicke Overlocknaht. Hinzukommt, wenn man alles mit der Overlock zusammennäht, dass es immer wieder passieren kann, dass man eine Wellenbildung hat.

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Fazit: Overlock Maschine gezielt einsetzen.

Probenaht

Man mag es nicht meinen, aber auch ich bin mit der Zeit weiser geworden und mache nun immer eine Probenaht an Stoffresten. Insbesondere dann, wenn es darum geht dehnbare Stoffe mit der Overlock zusammenzunähen z.B. Sweat oder French Terry. Diese entwickeln unter der Maschine nämlich ein Eigenleben und bekommen schnell Wellen.

Hier kann man bei dem Differenzial ein paar Einstellungen vornehmen und dieser Wellenbildung entgegenwirken.

 

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Wenn ich weiß, dass ich ganz schwieriges Material habe, dann bügle ich ein Nahtband auf. Das ist ein normales Nahtband ohne Kettnaht, die dann entsprechend auch auseinanderreißt, wenn dort etwas mehr Zug drauf ist. Dafür nehme ich den Kanten fürs Nähen die Elastizität, beim Tragen reißt es dann aber auseinander, sodass die Stoffe beim Tragen noch dehnbar sind.

Ich finde es immer ganz spannend sich selber zu beobachten und zu sehen welche Arbeitsweisen man mit der Zeit verändert hat. Schreib mir doch gerne was du am Anfang immer gemacht hast, was jetzt aber ein No-Go ist. Ich bin gespannt was da zusammenkommt.

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Pulli aus Seemanns Strick mit breitem V-Ausschnitt nähen

Strickpulli | einfach nähen lernen

Die Tage werden wieder kürzer und die Temperaturen sinken. Genau die richtige Zeit, um sich einen schönen, kuscheligen Pulli aus Strick zu nähen. Mein Lieblingsmaterial derzeit: Seemanns Strick*.

Alles entstand mit einer Idee und einem Stoff aus meinem Fundus. Und zwar wollte ich gerne ein Strickoberteil mit einem relativ tiefen V-Ausschnitt haben. Diese graue Variante ist mein Prototyp geworden.

Strickpulli | einfach nähen lernen
Pulli aus Seemanns Strick | einfach nähen lernen

Wie das Schicksal so will, hatte ich zufälliger Weise noch diesen weißen Seemanns Strick da. Der war eigentlich für einen Cardigan gedacht, den es den ganzen Sepember für alle Premium Mitglieder kostenlos auf meiner Seite zum Downloaden gibt.

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Aber wie das mit Plänen manchmal so ist, sind die dafür da durchkreuzt zu werden. Denn ich habe mir überlegt, genau so einen weißen dicken Strickpulli mit V-Ausschnitt wollte ich schon lange in meinem Kleiderschrank haben. Dann ist allerdings folgendes passiert:

Den Pulli aus diesem wunderbaren Seemann Strick habe ich genauso genäht wie den Grauen, nur leider ist mir der Ausschnitt dann doch etwas zu freizügig geworden. Im Vergleich kann man sehr gut den unterschiedlichen Effekt von verschiedenen Materialien sehen. Denn der Graue ist aus einem relativ dehnbaren Strickstoff und obwohl es recht tief ausgeschnitten ist, legt sich der Ausschnitt dennoch sehr schön an, so dass man nicht hineinschauen kann. Der weiße Seemann Strick ist weniger dehnbar und steht daher viel zu sehr ab.

Pulli aus Seemanns Strick | einfach nähen lernen
Strickpulli | einfach nähen lernen

Solche Fehler passieren, aber jedem Schlechten lässt sich ja auch etwas Gutes finden. Denn ich habe das Halsbündchen noch einmal abgetrennt und nehme dich jetzt beim Anpassen mit. Ich zeige dir also wie ich den V-Ausschnitt konstruiert und die Säume abgeschlossen habe.

Schnittmuster – Änderung an Ausschnitt und Ärmeln

Grundlage für meinen Pulli aus Seemanns Strick mit tiefen V-Ausschnitt ist mein Basicshirt Fanéla. Da ist bereits ein V-Ausschnitt eingezeichnet, allerdings ist der nicht so tief, sodass ich ihn hier um ca. 11,5 cm nach unten verlegt habe.

Tipp: Wenn du einen Ausschnitt einfach frei veränderst, ist es wichtig, dass die Schulternaht am Ende immer noch so breit bleibt wie im Original.

Strickpulli | einfach nähen lernen
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Außerdem habe ich den Ärmel noch etwas gekürzt, weil ich ursprünglich schöne große Bündchen am Ärmel haben wollte. Das habe ich für dich noch einmal ausgemessen und habe den Ärmel um 11 cm gekürzt.

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breites Halsbündchen erstellen

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Für den V-Ausschnitt habe ich mir zunächst einmal vorne die Mitte mit einer Stecknadel markiert und dann rundeherum einmal ausgemessen, wie groß denn mein Halsausschnitt nach meiner Anpassung geworden ist. Dafür bin ich ganz locker mit dem Maßband einmal herumgegangen und das sind bei mir 1 m.

Dann habe ich mir passend dazu einen Streifen zugeschnitten. Der erste Versuch war 90 cm, schlussendlich habe ich es aber auf 75 cm gekürzt und entsprechend dem Fadenlauf auf 10 cm Breite zugeschnitten.

Im nächsten Schritt habe ich dann das zukünftige Halsbündchen links auf links zur Hälfte gefaltet und mein V entsprechend ausgeschnitten. Da habe ich jetzt auch nicht viel ausgemessen, sondern einfach quer geschnitten.

Wichtig ist, dass die kürzere Seite dort ist, wo das Bündchen geschlossen ist, sodass am Ende so ein Schwalbenschwanz entsteht. Das gleiche übertrage ich auf der anderen Seite. Dafür lege ich es einfach übereinander und schneide das entsprechende Dreieck aus.

Strickpulli | einfach nähen lernen
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Im nächsten Schritt liegt das Halsbündchen jetzt rechts auf rechts und das V wird mit der Nähmaschine zusammengenäht. Hierfür habe ich einen ganz normalen Geradstich eingestellt. Es empfiehlt sich hier einmal die Mitte zu markieren, damit du weißt, wo du das Nähfüßchen drehen musst. Denn wenn du es drehst, muss die rechte Kante des Füßchens mit der Stoffkante übereinander liegen. Dann nähe ich den Schwalbenschwanz auch schon zu Ende.

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Halsbündchen an V-Auschnitt stecken und festnähen

Um mein fertiges Halsbündchen jetzt anzunähen, suche ich mir einmal die hintere Mitte. Dafür lege ich einmal die beiden Schulternähte übereinander und finde so ganz praktisch die Mitte. Vorne die Mitte ist immer noch markiert.

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Jetzt nehme ich mir mein Halsbündchen, welches mittlerweile schon wieder links auf links zusammenliegt und suche mir auch hier erst einmal die Mitte und markiere sie. Wenn ich mir das jetzt mal grob hinlege, sollte es am Ende ungefähr so aussehen:

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Das heißt nun klappe ich das Ganze rechts auf rechts einmal übereinander und beginne vorne mit dem V. Dafür nehme ich mir die Mittelnaht und lege die genau dort hin wo ich mir mit der Stecknadel die Mitte markiert habe. Das fixiere ich zunächst mit einer Lage, denn das ist die, die später dann auch von außen zu sehen ist. Wenn das alles schön glatt und gerade liegt, dann nehme ich die zweite Seite von dem Halsbündchen, lege es übereinander und fixiere es dann nur mit der Stecknadel.

Strickpulli | einfach nähen lernen
Strickpulli | einfach nähen lernen

Damit ich das Halsbündchen jetzt aus Versehen nicht verdreht annähe, arbeite ich mich an den offenen Kanten entlang bis ich zu der hinteren Mitte jeweils gekommen bin und dort bringe ich das Halsbündchen rechts auf rechts auf den Ausschnitt auf und fixiere alle drei Schichten mit einer Klammer.

Jetzt kann ich mir sicher sein, dass ich den Ausschnitt nicht verdreht aufstecke und beginne vorne am V das Halsbündchen gleichmäßig auf den Ausschnitt aufzustecken.

Strickpulli | einfach nähen lernen
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Dann hat sich gezeigt, dass ich das Halsbündchen wohl doch etwas zu knapp zugeschnitten habe und ich das dann recht stark dehnen musste. Ursprünglich bei dem Grauen hatte ich 90 cm, jetzt sind es 75.  Allerdings ist der Seemanns Strick ein eher unelastischer Baumwollstrick. Also irgendwo zwischen 90 und 75 cm wäre wohl die perfekte Länge gewesen. Da bei einem V-Ausschnitt die Seiten vorne ja gerade sind, sollte man das Strickbündchen dort gar nicht dehnen müssen, sondern erst kurz vor der Schulter und hinten im Nacken, damit es sich dort richtig anlehnen kann. Aber dadurch, dass ich ja etwas zu kurz zugeschnitten hatte, musste ich jetzt vorne auch etwas dehnen.

Zum Thema V-Ausschnitt habe ich auch noch andere Videos gemacht, wenn du das Ganze noch etwas detaillierter sehen möchtest, findest du es hier.

Zum Zusammennähen habe ich jetzt einen normalen Geradstich gewählt und auch die Stecknadel auf den Ausschnitt gesteckt. Also einmal auf die andere Seite, sodass das Bündchen jetzt unten liegt. Nun nähe ich es zunächst einmal komplett unten in die Spitze von dem V, lasse die Nadel im Stoff stecken und drehe das Ganze um. Außerdem achte ich darauf, dass darunter jetzt auch keine Falten entstehen und kann dann meine Naht ganz normal fortsetzen.

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Wie ich schon gesagt habe, musste ich jetzt hier am Ausschnitt etwas mehr ziehen als man es eigentlich macht. Das Ergebnis siehst du hier:

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Nahtzugaben im V-Ausschnitt versäubern

Strickpulli | einfach nähen lernen

Es ist passiert, was passieren musste. Es hat sich vorne etwas zusammengezogen, weshalb ganz leichte Querstreifen vorne entstehen. Für mich sind sie dennoch absolut tragbar. Also habe ich dann weiter gemacht und meinen Ausschnitt mit allen drei Schichten innen mit der Overlock rundherum versäubert. Denn in diesem Falle ist es so, dass ich nur den Ausschnitt vorne mit der Overlock versäubert hatte, nicht aber das Bündchen. Das würde dann im Laufe der Zeit doch zu sehr ausfransen, sodass ich hier mit der Overlock noch eine Sicherheitsnaht lege. Die Spitze vorne am V habe ich mit der Schere gerade abgeschnitten.

V-Ausschnitt von außen absteppen

Dann bin ich mit der Overlock einfach einmal an den Kanten entlang gegangen, sodass hier alle drei Stoffschichten miteinander vernäht wurden. Dann nur noch die Fädchen abschneiden.

Eigentlich wäre den Pulli aus Seemanns Strick jetzt fertig gewesen, aber ich dachte mir, es wäre eine schlaue Idee, das Ganze von vorne noch einmal abzusteppen. Dafür habe ich die Nähmaschine auf einen etwas größeren Geradstich gestellt und nähe die Nahtzugabe nun am Ausschnitt einmal fest. Sie liegt also jetzt vom Bündchen aus gesehen links von der Naht und genau da gehe ich jetzt mit der Nähmaschine einmal gerade drüber.

Strickpulli | einfach nähen lernen

Dieser Ausschnitt ist jetzt deutlich besser geworden als beim ersten Versuch, allerdings würde ich beim nächsten Mal das Halsbündchen noch einmal zuschneiden, damit ich das Bündchen nicht von außen absteppen muss.

Säume mit der Overlock

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Vollständigkeitshalber zeige ich dir jetzt noch die Säume. Bei dem Prototypen habe ich die Säume einfach umgeschlagen und mit einem Blindstich gesäumt. Bei dem weißen Pullover habe ich es aber einfach bei der Overlocknaht belassen. Das heißt ich hatte vorher alle Teile rundherum versäubert und jetzt mache ich gar nicht mehr mit dem Saum. Genau das Gleiche habe ich auch bei den Ärmeln gemacht.

So sieht mein neuer Lieblingspulli aus Seemanns Strick mit breitem, tiefen V-Ausschnit fertig aus:

Pulli aus Seemanns Strick  | einfach nähen lernen

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Warum sind Knöpfe bei Herren rechts, bei Damen links?

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Weißt du, warum bei Kleidung für Damen links geknöpft wird und bei Männdern die Knöpfe auf der rechts Seite sind?

Bei der ersten Staffel „Geschickt eingefädelt“ musste meine liebe Kollegin Meike Rensch-Bergner den Wettbewerb frühzeitig verlassen, weil sie angeblich ein Männerkleid genäht hatte. Was war passiert? Sie hatte ein Wickelkleid so geschlossen, dass die linke über der rechten Seite war und sie das Kleid somit falsch herumgewickelt hatte. Doch gerade im Hobbybereich nähen wir doch, um unsere Freiheiten zu genießen und nicht weil irgendeine Regel sagt, das müsse so genau so sein. Es sollte völlig egal sein, auf welcher Seite geknöpft wird!

Aber woher kommt diese Regel, dass Damenkleidung so geknöpft wird, dass die Knöpfe auf der linken Körperseite sind und bei Herren auf der rechten Seite?

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Warum Männerkleidung rechts geknöpft wird

Die Erklärung bei den Männern ist relativ einfach und da ist man sich historisch auch ziemlich sicher. Die meisten Männer sind Rechtshänder und früher, als sie noch mit Schwert und Degen unterwegs waren, mussten sie schnell die Waffen ziehen können. Da sollten sie sich dann nicht in ihrer Kleidung verheddern um nicht ihr Leben riskieren,  wenn sie zu langsam waren.

Außerdem konnte man die Hand, wenn man sie nicht gerade zum Kampf benötigte,  beim Reiten in den Mantel stecken und dadurch wärmen.

Knopfleiste | einfach nähen lernen
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Warum Frauenkleidung links geknöpft wird

Bei den Damen ist es wie immer etwas komplizierter und so ganz genau weiß man nicht, warum die Damen auf der anderen Seite genknöpft werden. Aber auch hierfür habe ich ein paar schöne Erklärungen gefunden.

Statussymbol

Die gängigste Erklärung ist, dass es aus der Zeit der Ankleidedamen kommt. Das heißt, die Dame von Rang und Name hatte jemanden, der ihr beim Ankleiden geholfen hat. Da auch diese Damen, meisten Zofen, in der Regel auch Rechtshänder waren, ist es für sie einfacher, wenn die Knöpfe auf der linken Seite sind.

Dabei wurde weniger auf die Zofen Rücksicht genommen, sondern es war vielmehr ein Statussymbol, nach dem Motto: Hey, schau mal, ich kann es mir leisten, dass mir jemand beim Ankleiden hilft.

Mangels Zofen oder ähnlichem müssen wir Mädels da jetzt nun mal durch, dass unsere gekauften Blusen meist andersherum geknöpft werden.

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Klaffende Blusen

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Eine weitere Theorie besagt, dass damals die Damen hauptsächlich auf der rechten Seite vom Mann  geführt wurden. Sollte jetzt mal eine Damenbluse ein Stück weit aufgeklafft sein, dann konnte lediglich der Mann dort hineinschauen, aber nicht jemand, der auf der anderen Seite der Dame stand.

Außerdem war es auch so, dass die Damen in der Kirche immer auf der linken Seite  gesessen haben und dadurch konnten die Männer auch nicht mal eben einen Blick unter die Bluse der Damen erhaschen.

Damensattel

Es gibt noch eine weitere sehr nachvollziehbare Erkärung. Und zwar hängt das mit dem Reiten zusammen. So saßen die Damen damals auf dem Pferd im Damensitz, und zwar so, dass die Beine auf der linke Seite waren und dadurch der Oberkörper etwas zur rechten Seite gedreht wurde. Durch den links geknöpften Mantel konnte der Wind nicht hineinwehen, sondern ging dran vorbei und man hat nicht so schnell angefangen zu frieren.
Mit dem BildAttacke wirst du in Zukunft nie wieder verwechseln, ob man jetzt links oder rechts knöpfen muss. Aber ehrlich gesagt ist es auch egal. Hauptsache, du hast dir ein Kleidungsstück genäht, dass dich glücklich macht. Kaum einer wird darauf achten, ob du nun „männlich“ oder „weiblich“ knöpfst. Diese Regel ist wohl nur noch in der Ausbildung zum Schneider relevant…

Alles Infos kannst du dir auch noch einmal in meinem youtube-Video anschauen:

 

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3 verschiedene Wäschegummis und wie man sie annäht

Wäschegummi | einfach nähen lernen

Hast du dir schonmal Unterwäsche selbst genäht? Das ist ganz einfach und alles, was du dafür brauchst, ist etwas Jersey, Wäschegummi und ein passendes Schnittmuster wie zum Beispiel meine beiden Höschen-Schnitte aus dem Set „Fanéla“.

Neben einem Basicshirt und -top gibt es ein Panty und einmal einen Slip. Die Schnittmuster findest du hier.

 Im Netz findest du die Wäschegummis unter der Bezeichnung  Ziergummi, Kantengummi, Trägergummi, Spitzengummi, Wäschegummi mit Spitze, elastische Spitze oder auch Gummiband mit Spitze.

Das Schöne an selbstgenähter Unterwäsche ist, dass sie zum einen hervorragend sitzt und zum anderen kann man damit super seine Jerseyreste verarbeiten. Heute zeige ich dir drei verschiedene Wäschegummis und wie man sie entsprechend einnäht.

Slip und Panty Fanéla | einfach nähen lernen

Wäschegummi

Um insbesondere die Beinausschnitte einzufassen, nutzt man in der Regel solche Gummis. Die gibt es in den verschiedensten Bezeichnungen. Entweder Ziergummi, Kantengummi, Gummilitze, Wäschegummi mit Spitze, Trägergummi oder auch Spitzengummi.

In der Regel sind solche Gummis etwa 1 ½ bis 2cm breit und sehen aus wie ein ganz normales Gummiband, haben aber an einer Seite oft diese kleinen Schlaufen.

Unter dem Begriff „elastische Spitze“ findet man aber auch solche Bänder, die deutlich dehnbarer sind als andere Wäschegummis. Sie eignen sich aber trotzdem hervorragend zum Aufnähen und geben deinen Slips eine edlere Optik.

Diese Gummis werden gewählt, wenn der komplette Slip aus Spitze genäht wird.

 

Wäschegummi | einfach nähen lernen
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So wird das Wäschgummi angebracht

Als erstes misst du jetzt aus, wieviel du von dem Wäschegummi tatsächlich brauchst. Das ist abhängig davon, wie elastisch das Gummi ist. Eine Faustformel gibt es nicht. Probiere einfach mal selbst aus, wie stark gedehnt du es auffnähen musst, damit es später nicht zu eng oder zu locker wird.

Wenn du jetzt also die richtige Länge gefunden hast, dann bringst du die Gummienden einmal ca. 2 cm übereinander. Dabei unbedingt darauf achten, dass das Gummiband in sich nicht verdreht ist. Die Enden werden dann mit ein paar Zickzackstichen fixiert.

Wäschegummi | einfach nähen lernen
Wäschegummi | einfach nähen lernen

Bevor du den Ring aus Wäschegummi aufsteckst, schaue dir das Ganze nochmal genauer an. Manche Gummis sehen auf beiden Seiten unterschiedlich aus. Die Seite, die später außen zu sehen sein soll, ist deine rechte Seite.

Damit du das Gummiband gleichmäßig aufnähen kannst, viertelst du zunächst den Bund. Dafür bringst du die Seitennähte übereinander, sodass du die vordere und die hintere Mitte findest, und markierst diese mit einer Klammer oder Stecknadel.

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Wenn du jetzt die beiden Klammern übereinander bringst, dann sind die Seitennähte deine beiden andere Markierungen sind.

Jetzt kannst du anfangen, das Wäschegummi gleichmäßig aufzustecken. Dafür suchst du dir Anfang bzw. Ende deines Ringes und suchst dir die hintere Mitte. Dann legst du das Gummiband mit der rechten Seite auf die rechte Seite des Höschens und steckst es fest.

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Danach suchst du dir die gegenüberliegende Seite und halbierst dir ebenfalls dein Gummi. Diese Markierung kommt dann vorne rechts auf rechts auf das Höschen.

Dann kannst du den Rest des Gummis gleichmäßig auf die Seiten verteilen. Im Anschluss kannst du das Ganze rundherum festnähen.

Da das Gummiband etwas kürzer ist, muss es die ganze Zeit über etwas gedehnt werden, solange bis es sich glatt auf den Stoff auflegt. Zum Zusammennähen empfehle ich dir einen mittelbreiten Zickzackstich mit einer etwas größeren Stichlänge.

Achte beim Nähen darauf, dass der Zickzackstich nicht über die Schlaufen geht, sondern einmal über die breite Stelle.

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Wenn jetzt alles angenäht ist, dann kannst du das Gummi auf die linke Stoffseite schlagen bzw. du klappst es nach innen um, sodass außen nur noch die Schlaufen zu sehen sind.

Im nächsten Schritt nähst du dann das Ganze mit einem Zickzackstich rundherum einmal fest.

Probiere einmal aus, was deine Maschine besser transportiert: auf dem Gummi zu nähen oder auf der Stoffseite.

Jetzt ist das Wäschegummi fertig angenäht und von außen sind nur noch die Spitzen-Schlaufen und der Zickzackstich zu sehen.

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Je nach Geschmack kannst du das Wäschegummi auch zuerst auf die linke Stoffseite nähen und dann nach außen schlagen. Dadurch ist dann später das komplette Gummiband zu sehen.

So kannst du mit dem Gummiband schöne breite Kontraste setzen.

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Faltgummi / Falzgummi

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Etwas eleganter und dafür auch perfekt für Wäsche geeignet sind solche Falt- oder Falzgummis. Das sind Wäschegummis, die doppelt liegen.

Meistens sind diese auf der einen Seite etwas bestickt und auf der anderen Seite ganz glatt, manche haben auch eine feine Bogenkante auf der geschlossenen Seite.

Da das Gummi später doppelt liegt, ist es deutlich fester als das andere Wäschegummi, weswegen ich es etwas anders verarbeite.

So wird das Faltgummi angebracht

Um das Faltgummi einzunähen, legst du es ungedehnt auf sämtliche Kanten auf bevor du die Einzelteile zusammenlegst. Dafür klappst du das Faltgummi auf, legst den Stoff dazwischen und nähst dann mit einem Zickzackstich sämtlichen Lagen zusammen. Im Anschluss kannst du das Höschen wie gewohnt zusammennähen.

Wäschegummi | einfach nähen lernen
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So sieht das von vorne und hinten angenähte Faltgummi dann aus (links).

Wenn dann alles zusammengenäht ist, empfehle ich dir noch einmal über die Kanten zu gehen, um das Gummi flach abzusteppen, damit es nicht immer hochsteht. Hierfür kannst du auch wieder einen normalen Zickzackstich verwenden. Dann brauchst du nur noch die Fädchen abschneiden und das Höschen mit dem Faltgummi ist fertig.

 Bei dieser Variante sieht man den Zickzackstich nicht so deutlich und man hat sowohl innen als auch außen eine schöne glatte Kante.

breites Gummiband

Wer es gerne etwas sportlicher mag, der kann am Bund auch ein breites Gummiband aufnähen. Bei diesem Beispiel rechts ist auf der einen Seite ein Lurexfaden eingearbeitet worden. Auf der Innenseite ist es sehr weich und angenehm zu tragen auf der Haut.

Auch dieses Gummiband ist verhältnismäßig recht steif. Insofern würde ich auch auf die gleiche Länge wie der Bund des Höschen gehen.

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So wird das breite Gummiband angebracht:

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Wie bei der ersten Variante bringst du die Gummienden wieder übereinander und nähst diese mit einem Zickzackststich fest. Jetzt nähst du das Ganze so auf, dass du die Nahtzugabe von dem Höschen auf die linke Seite von dem Gummiband legst.

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Wenn es rundherum gesteckt ist, kannst du es mit der Nähmaschine auch schon festnähen. Auch hier empfehle ich dir einen Zickzackstich mit mittlerer Breite und etwas längerer Stichlänge.

Im Idealfall ist das Garn so gewählt, dass es auf dem Gummi möglichst wenig auffällt. 

Beim Zusammennähen empfehle ich dir, die Nadeln kurz vorher immer rauszunehmen ud nicht darüber zu nähen. Sonst kann es passieren, dass die Nadel abbricht.

Von außen und innen sieht die Naht dann so aus:

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Bei der Innenseite hat man noch die Kante von dem Jersey und alles was da jetzt noch übersteht, kannst du gerne mit der Schere abschneiden.

Alternativ kannst du das Gummiband auch rechts auf rechts aufnähen und dann nach oben wegklappen, sodass du innen eine glatte Kante hast (rechts Bild).

Das funktioniert leider nicht mit jedem Gummiband, insbesondere wenn noch etwas draufgedruckt oder draufgeschrieben ist. Bei dieser Variante würde dann von dem Aufdruck etwas verloren gehen.

Welche Variante du wählst, ist reine Geschmackssache.

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