Mundschutz nähen

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Bis zum 17.03.2020 hätte ich nie gedacht, dass ich mal einen Mundschutz nähen werde. Dann kam eine eMail der örtlichen Apotheke mit dem Hinweis auf eine Aktion der Stadt Essen, die ein Schnittmuster für eine Maske veröffentlicht haben, um für die Feuerwehr zu nähen, und dem Wunsche, hierzu ein Video zu drehen. Diesem Wunsch bin ich nachgekommen, nicht ganz ohne Bauchschmerzen, ob die Dinger denn tatsächlich sinnvoll sind.

Was dann passiert ist, ist unfassbar. Es hagelte Kommentare wie „schäm dich“, „du spielst mit Menschenleben“, „Fakenews“ oder „grob fahrlässig“. Aber es kamen vor allem Berichte, wie es „an der Front“ derzeit aussieht von Krankenschwestern, Ärztinnen, Pflegerinnen, Hebammen, Physiotherapeuten, Intensivschwestern, Zahnärztinnen. Alle mit der gleichen Aussage: bitte helft uns!

Es fehlen Masken an allen Ecken und Enden!

Mundschutz selber nähen | einfach nähen

Ein selbstgenähter Mundschutz schützt nicht vor Viren

Das tut ein gekaufter aber auch nicht, es sei denn, es ist eine FFP3-Atemschutzmaske, die nur dem medizinischen Fachpersonal vorbehalten sein sollte.

Eine selbstgenähte Maske kann aber helfen, andere nicht zu gefährden, wenn man selbst Träger des Virus ist. Er hält die groben Tröpfchen ab, die man beim Husten oder einer feuchten Aussprache an die Umgebung abgibt. Hierzu hat sich der renommierte Virologe Prof. Christian Drosten der Charité Berlin in seinem täglichen Podcasts am 17.03.2020 (ab Minute 33) geäußert.

Außerdem fasst man sich beim Tragen einer solchen Maske nicht so oft ins Gesicht und bringt Viren so weniger von den Händen an Mund und Nase – oder umgekehrt.

Vor dem 17.03.2020 hieß es immer, man sollte keine Schutzmasken tragen, es vermittelt ein falsches Sicherheitsgefühl. Hände waschen, in die Ellenbeuge husten und Abstand halten, das solle jeder beherzigen.

Diese Regeln gelten selbstverständlich immer noch und wer glaubt, das Tragen einer Maske – egal ob selbstgenäht oder gekauft – schütze vor Corona (oder andere Viren) und man könne auf Hygiene verzichten, hat den Ernst der Lage immer noch nicht verstanden.

Das beste ist ohnehin, zu Hause zu bleiben.  

update, 23.03.2020

#staythefuckhome

Es gibt aber Menschen, die nicht zu Hause bleiben können und Kontakt zu anderen Menschen haben, ohne zu wissen, ob sie möglicherweise bereits selbst Träger des Virus sind: Ärztinnen und Ärzte, Pflegerinnen und Pfleger, Krankenschwestern, Hebammen, Therapeutinnen und Therapeuten, Feuerwehrleute, Polizistinnen und Polizisten, Apothekerinnen und Apotheker, Briefträgerinnen und Paketboten und andere, die hilfsbedürftige Menschen auch in diesen Tagen betreuen. Diese Berufsgruppen möchten gerne Masken bei der Ausübung ihrer Tätigkeiten tragen, können es aber nicht, weil keine mehr da sind! Ähnlich wie beim Klopapier haben unnötige Hamsterkäufe stattgefunden von Menschen, die die Dinger eigentlich gar nicht brauchen.

Einen Behelfs-Mundschutz zu nähen ist nicht schwer, also lasst uns helfen, wo wir können. Frag in deiner Umgebung nach, wer Bedarf hat, plündere deinen Stoffschrank und nähe Masken, mit denen wir die Welt da draußen ein kleines bisschen bunter machen können. Die Masken sind besser als nichts und wir können die Zeit, die wir zu Hause verbringen, sinnvoll nutzen. Es ist sogar ein tolles Projekt für Nähen mit Kindern. Das Schnittmuster ist von der Stadt Essen und kann sich hier kostenlos heruntergeladen werden:

Anleitung einfachen Behelfs-Mundschutz selber nähen

 

Mundschutz selber nähen
Mundschutz selber nähen

Selten war unser Hobby nützlicher als jetzt

Lasst uns den Helden des Alltags etwas zurück geben. Sie brauchen es dringend! Und wenn wir bislang für unser Hobby eher belächelt worden sind, zeigt sich in Zeiten wie diesen, wie sinnvoll es sein kann.

Das Material haben wir alle zu Hause: Baumwollstoffe. Sie werden doppellagig zusammengelegt. Manche empfehlen Köpertex, andere Molton. Wichtig ist, dass sie sich bei 90 Grad waschen lassen. Die „normalen“ Baumwollstoffe sind zwar nur für 60 Grad klassifiziert, können aber durchaus auch gekocht werden. Sie laufen möglicherweise etwas ein, aber das ist nicht schlimm, sie sitzen ja nicht auf Figur ;-). Und man sollte durch den Stoff noch atmen können.

Dann braucht man noch etwas Schrägband. Entweder hat man es ohnehin zu Hause, oder man schneidet es sich selbst zu. Wie man Schrägband selbst machen kann, habe ich vor langer Zeit schon einmal in einem Video gezeigt:

Schrägband selber machen

Um die Maske möglichst dicht an der Nase schließen zu können, braucht man noch etwas Draht. Dafür eignet sich besonders Basteldraht, Pfeiffenputzer, Verschlüsse für Gefrierbeutel, Metall-Laschen von Schnellheftern, Büroklammern, Befestigungen für Weihnachtskugeln, Clips von Toastbrottüten oder Drähte, mit denen zB. Kabel zusammengebunden werden. Je nach Draht sollten die Enden einmal umgelegt werden, damit sie sich nicht durch den Stoff drücken.

Man kann hier auch nichts wirklich falsch machen. Die Masken sollten regelmäßig gewechselt und bei 90 Grad gewaschen werden.

Maske tragen in der Öffentlichkeit sollte derzeit normal sein – nicht seltsam!

Mittlerweile rufen immer mehr dazu auf, dass das Tragen von Masken in der Öffentlichkeit in dieser Zeit völlig normal sein sollte – so wie in Asien beispielsweise.

Die Aktion #maskeauf möchte hierzu einen großen Beitrag leisten und hat auf ihrer Website verschiedene Varianten vorgestellt, wie man sich Masken selber machen kann. Neben meinem Video gibt es auch einige Anleitungen, wie es auch ohne Nähmaschine geht.

Immer mehr Prominente gehen mit einem guten Beispiel voran. Zeig auch du, dass du diese Aktion unterstützt und poste deine Tragebilder mit #maskeauf und #showyourmask auf Instagram oder Facebook.

Du möchtest helfen?

Dann frag doch in einem Ort mal bei der Feuerwehr, Pflegedienst oder Krankenhaus nach, oder schau mal auf den Seiten von Maskmaker stayhomeandsew oder makerist vorbei. Dort findest du Ansprechpartner, die für jede Unterstützung dankbar sind.

Wie viele Masken schaffen wir in einer Stunde?

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