Jeans kürzen mit Originalsaum | einfach nähen lernen
Einer der am häufigsten gestellten Fragen ist, wie man eine Jeans kürzen kann und es ist doch auch einfach zu schade, wenn die Jeanshose zu wenig getragen wird, nur weil sie ein wenig zu lang ist. Deshalb zeige ich dir Schritt für Schritt wie du deine Jeans kürzen kannst, und zwar so, dass du noch den Originalsaum unten behältst und man die Änderung so gut wie gar nicht sieht.

Eine kleine Information vorweg, dieses „Jeans kürzen Tutorial“ funktioniert nicht bei Hosen, die unten kein gerades Bein haben also, besonders wenn du eine Schlaghose, Bootcut oder Karottenhose hast. Bei diesen Modellen funktioniert das leider nur eingeschränkt, ein zwei Zentimeter kann man da auch abnehmen, aber wenn du tatsächlich 6 cm oder mehr kürzen willst, dann funktioniert diese Variante leider nicht. Jetzt gehe ich aber erst einmal ins Detail, wie ich die richtige Länge finde und dann natürlich auch wie das Jeans kürzen im Detail funktioniert.

Hier kann man stark sehen, dass mir diese Hose deutlich zu lang ist. Ich trete nämlich hinten immer drauf. Das mag zwar ganz nett aussehen, wenn das hinten ein bisschen ausfranst, aber das ist hier einfach zu lang, sodass ich hier ständig über die Hosenbeine drüber stolpere.

Deshalb klappe ich jetzt das Hosenbein auf die richtige Länge, wo ich die Jeans kürzen möchte und fixiere mir das mit ein paar Klammern oder auch Stecknadeln. Dann immer mal wieder zwischendurch das Bein schütteln, ob das Ganze denn auch im Stand genau die richtige Länge hat und dann kann ich das nochmal an anderen Stellen fixieren, die Hose ausziehen und mit dem eigentlichen Jeanshose kürzen beginnen.

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Jeans kürzen – so behältst du den Originalsaum und kürzt gleichzeitig die Hose

Bevor ich die Jeans kürzen kann, messe ich zunächst ab dem Saum aus, wie viele Zentimeter ich meine Hose nach oben geschlagen habe. In meinem Fall sind das hier 13 cm. Von diesem Wert muss ich jetzt nur die Hälfte nehmen, sonst mache ich nämlich mein Hosenbein doppelt so kurz wie ich es eigentlich haben möchte. Also in meinem Fall muss ich jetzt die Jeans so weit nach oben schlagen, dass ich 6,5 cm noch übrighabe.
Hier kann man jetzt auch schön sehen, warum das Kürzen einer Jeanshose mit einer Bootcut oder einer Karotte nicht so gut funktioniert, weil nämlich hier der Umfang von dem Hosensaum zu dem Teil, wo ich es nachher drannähen möchte, nicht identisch ist. Deswegen kannst du tatsächlich nur Jeans kürzen, die einigermaßen gerade geschnitten sind oder etwas Elasthananteil haben, sodass man sich das ein bisschen glattziehen kann.
Jeans kürzen mit Originalsaum | einfach nähen lernen mit einfach nähen
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Wenn ich das dann alles fixiert habe, dann achte ich auch noch darauf, dass die Seitennähte übereinander liegen und dann wird genau in dem Nahtschatten genäht.

Wenn du nochmal etwas Auffrischung zum Thema „im Nahtschatten“ nähen brauchst, dann schaue gerne nochmal hier vorbei. Da zeige ich dir im Detail wie das Ganze geht und was du dabei beachten musst.

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Der richtige Nähfuß fürs Jeans kürzen

Um die Jeanshose mit Originalsaum kürzen zu können, solltest du dir vorher Gedanken um den richtigen Nähfuß machen. Um im Nahtschatten zu nähen benutze ich am liebsten den Blindstichnähfuß, der hat nämlich in der Mitte noch so einen kleinen Steg und kann dementsprechend genau in dieser Ritze entlanggeführt werden. Du kannst alternativ aber auch einen Reißverschlussfüßchen nehmen.
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Hier sieht man es nochmal ganz genau, der Schieber in der Mitte läuft jetzt genau an der Kante entlang. An den Stellen, wo jetzt die Nähte übereinander treffen, dort solltest du mit Vorsicht arbeiten, weil dort doch einiges an Stoffschichten übereinander liegen. Also hier wirklich mit Feingefühl arbeiten, sonst bricht einem nämlich auch ganz schnell mal die Nadel ab. Also hier langsam nähen und wenn man dann einmal drüber ist und man nur noch zwei Stofflagen übereinander hat, dann geht das Ganze auch schon wieder ein bisschen einfacher, bis man dann auf der anderen Seite am Knubbel wieder angekommen ist.
Manche schlagen hier auch mit dem Hammer auf den Stoff, um die Schichten etwas platter zu kriegen. Das habe ich zwar noch nicht getestet, aber vielleicht ist das ja auch eine Möglichkeit für dich, damit du dort mit der Nähmaschine besser klarkommst. Da ich übrigens keine Freiarmnähmaschine habe, habe ich die Hose hier einmal auf links gezogen und nähe jetzt quasi im Hosenbein.
Der überstehende Stoff wird jetzt abgeschnitten und es empfiehlt sich hier an dieser Stelle vielleicht einmal vorher die Jeans anzuziehen, um zu überprüfen, ob man beim Jeans kürzen auch die richtige Länge weggenommen hat. Und wenn du dir sicher bist, dass es die richtige Länge ist, dann wird jetzt der überstehende Stoff so abgeschnitten, dass du etwa 1 cm Stoffkante übriglässt.
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Jeans kürzen: Die Versäuberung im Schnelldurchgang

Jetzt kannst du den Originalsaum nach außen schlagen und so sieht das Ganze dann von außen einmal aus. Wie du siehst, sieht man so gut wie nichts. Da muss man sonst echt einmal mit der Lupe ran, um wirklich den Unterschied zu sehen. Und wenn es jetzt schnell gehen soll und dir egal ist, wie das Hosenbein von innen aussieht, dann kannst du die Nahtzugaben jetzt mit einem Zickzackstich versäubern.
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Jeans kürzen: Die Versäuberung für Perfektionist:innen

Es gibt aber noch eine etwas andere Methode, ohne dass man mit dieser offenen Naht in der Hose arbeitet. Dafür trenne ich die Originalsaumnaht auf. Ich gehe also mit der Spitze meines Nahtauftrenners in jeden einzelnen Stich einmal rein und durchtrenne diesen. Dadurch, dass ich nur den Unterfaden durchtrenne, hat es den Effekt, dass auf der gegenüberliegenden Seite der Oberfaden nicht mit durchgeschnitten wird, sondern hier an einem Stück bleibt. Das kann man jetzt einmal rundherum machen.
Das ist natürlich bei so einer Jeans ziemlich zeitaufwendig, weshalb ich mir das hier etwas einfacher mache. Ich führe den Nahtauftrenner mit dem roten Ball an der Naht entlang und schiebe den Nahtauftrenner in diesem Tunnel entlang, sodass ich hier mit dem Messer die komplette Naht einmal durchtrenne. Hierbei bitte aufpassen, dass du nicht aus Versehen zu tief einstichst und dir dann ein Loch in den Hosensaum machst. Hier ist also etwas Fingerspitzengefühl gefragt.
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Nachdem ich dann alles geöffnet habe, kann nicht an dieser Stelle die Nahtzugabe in den Originalsaum hineinlegen. Also das, was ich eben abgeschnitten habe, klappe ich in den Saum und klappe den Saum dann wieder über diese Nahtzugabe drüber, sodass ich innen die Zickzacknaht verhindere, sondern das Hosenbein auch von innen original und schön aussieht.
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Original Jeanssteppnaht nachnähen – so siehts aus wie gekauft

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Im nächsten Schritt nähe ich jetzt von der rechten Seite genau dort, wo die Originalnaht entlanggelaufen ist. Das kann man hier ganz schön sehen, weil sich das farblich ein bisschen absetzt. Dafür nehme ich dann ein Garn, was auch entsprechend die Farbe hat, die vorher der Originalsaum gehabt hat.

Dafür gibt es extra Jeansnähgarn, das ist nämlich etwas dicker. Außerdem habe ich die Stichlänge auf etwa 4 erhöht, damit das auch ungefähr der Originalstichlänge entspricht. Hier auch immer mal wieder zwischendurch gucken, ob denn die Nahtzugabe auch tatsächlich mit im Originalbund gefasst ist.

Und wenn ich jetzt einmal rundherum bin, dann sieht das von innen so aus. Das Hellblau ist noch die Naht von dem Jeans kürzen, dort könnte man natürlich auch eine andere Garnfarbe nehmen. Von außen sieht das Ganze dann so aus.
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Hier dann im direkten Vergleich. Na, rate mal selbst, welcher Saum ist der gekürzte? – Links ist die gekürzte Variante und rechts ist der Originalsaum. Aber ich finde hier muss man schon wirklich mit der Lupe arbeiten, um hier einen Unterschied zu erkennen.

Jetzt wünsche ich dir ganz viel Spaß beim Nachmachen!

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